Bildung in Deutschland: Der etwas andere Weg zum Lehrer-Beruf

 

Moderne Hilfsmittel

Besonders beeindruckend sind die Hilfsmittel, die im Unterricht eingesetzt werden. Zwar ist der gute alte Hefter mit den Mitschriften  der Schüler immer noch fester Bestandteil der Klassenzimmer. Doch werden zum Beispiel in Physik auch immer mehr Smartphones für Experimente verwendet. So kann man die Schallgeschwindigkeit ermitteln, indem man die Kopfhörer als Aufnahmegerät nutzt oder auch die Fallgeschwindigkeit messen. Möglich wird das durch kleine Apps, die auf dem Smartphone installiert werden. Fast jedes Kind in der Klasse besitzt ein Handy, trotzdem werden für die Experimente die Kinder in Gruppen gesteckt. Denn Gruppenarbeit ermöglicht soziale Interaktion und bei der anschließenden Vorstellung der Ergebnisse vor der Klasse können Präsentationsfähigkeiten ausgebaut werden.

Bei der Arbeit mit den Smartphone-Programmen ist es Christian sehr wichtig, dass die Kinder auch lernen, wie die Messungen funktionieren und ihnen zu erklären, warum das Experiment so ausfällt. „Es besteht sonst die Gefahr, dass die Kinder sich nur noch auf das Smartphone verlassen und die Priorität darauf legen, dass das richtige Ergebnis dabei rauskommt“. Dabei werden dann allerdings die Rechenwege zur Nebensache, kritisiert Christian. Weitere Hilfsmittel sind sogenannte Smartboards. Das sind weiße Tafeln, welche die aufgeschriebenen Inhalte digitalisieren. Der Lehrer kann dann die Tafelbilder als E-Mail-Anhang an die Schüler senden.

Die däq1urchschnittliche Klassengröße liegt an Christians Gymnasium bei 25 Schülern. Damit liegt es knapp über den Durchschnittswert von 24,3 Schülern der Bundesdeutschen Schulklassen der Sekundarstufe I. Niedersachsen ist eines der Bundesländer, in denen die Schüler mit 36,5 Unterrichtsstunden pro Woche vergleichbar wenig ableisten müssen. Geführt wird die Liste von Berlin mit 43,9 Unterrichtsstunden, Schlusslicht ist Schleswig Holstein mit 35,5 Unterrichtsstunden. Laut Christian haben ca. 50% der Schüler in seiner Klasse mindestens ein im Ausland geborenes Elternteil und damit Migrationshintergrund. Die Anzahl an Schülern mit Migrationshintergrund ist damit bundesweit verglichen hoch. Die hohe Quote ist mit der in der Stadt liegenden anerkannten Hochschule zu erklären. Diese Schüler können ausnahmslos sehr gut Deutsch und beteiligen sich sehr rege am Unterricht.

 

Erfahrungen sammeln

Christian ist noch ein junger Lehrer,  vor dem noch viele Unterrichtsstunden und Erfahrung liegen. Bisher klappt alles gut. „Das Verhältnis zu meinen Schülern ist sehr kumpelhaft, manchmal auch zu kumpelhaft. Da muss ich aufpassen, schließlich soll ich nicht ihr Freund sondern ihr Lehrer sein“. Christian beschreibt den schmalen Grad zwischen Autorität und freundschaftlichem Verhältnis. Denn Schüler sollen auch keine Angst haben sich zu melden und alles, was sie denken, auch sagen dürfen.

Christian beim korrigieren der Klassenarbeiten

Christian beim korrigieren der Klassenarbeiten

Christian wendet sich nun wieder den Klassenarbeiten zu. Um eine Aufgabe korrigieren hat er schon eine Stunde gebraucht. „Ach Tobias, das ist doch nicht richtig was du da schreibst. Das wird nix. 0 – 0“ Mit dem Stift im Mund streift sein konzentrierter Blick die Lösungsvorschläge seiner Schüler. „Bei schlechten Noten überlege ich auch immer wie ich meinen zukünftigen Unterricht hinsichtlich der auftretenden Fehler der Schüler verbessern kann“.  Der Rotstift schreibt stumm die Punkte auf die Klassenarbeit und von fern klingt das Läuten der Kirchturmglocke. Dorfidylle perfekt.

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